Altstadt Zürich

Altstadt Zürich – Dort wo die Zeit stehen geblieben ist

Menschen reisen an ferne Orte, ohne dass sie ihre eigene Heimat richtig kennen. Meine Schwester und ich haben Touristen in der eigenen Stadt gespielt.
Unsere Sightseeingtour führt uns an die Limmat. Zürich hat zwei Stadtteile: Zürich West, das moderne Viertel mit seinen Hochhäusern, Hotels und Kulturangeboten und auf der anderen Seite Altstadt Zürich mit der Limmat und dem Zürichsee.

Von der Tramhaltestelle Central bis Bellevue spazieren wir entlang der Limmat. Wir überqueren kleine Brücken, wo Liebes- und Freundschaftschlösser mit Initialen angebracht sind. Als wir beginnen zu fotografieren, kommen plötzlich Touristen von beiden Flussseiten auf die Brücke und machen es uns nach. Typisches Massenphänomen, beginnt jemand mit etwas, machen es alle nach.

An der Haltestelle Rathaus ragen zwei Türme in den Himmel; Die Türme des Grossmünsters. Sie sind zugleich das Wahrzeichen von Zürich. Die evangelisch-reformierte Kirche ist zusammen mit dem Fraumünster und der St. Peter Kirche die bekanntesten der Stadt.
Auf einem der Türme, den Karlsturm, führen 187 schmale Treppen nach oben. Achtet auf den Gegenverkehr, ansonsten kann es zu Stau führen. Ziemlich ausser Atem kommen wir oben an. Insgesamt 4 Plattformen bieten eine atemberaubende Panoramaaussicht auf ganz Zürich. Der Kontrast zwischen dem modernen Stadtteil und dem Alten Zürich ist unschwer zu erkennen. Auf den Wohndächern von Zürich zeigen sich kleine, schön gestaltete Dachterrassen, andere sind grosszügig mit einem Pool ausgestattet.

Vom Grossmünster erkunden wir die Gassen des Niederdorfs. Dort findet man alles was das Herz begehrt: Cafés, Accessoires, Geschenkläden und vieles mehr. Die speziellsten Shops sind in den Seitengassen versteckt: Kleine Vintageshops, Bioläden und eine Schuhmacherei.
Wir wissen nicht wo die Gassen hinführen. Doch plötzlich stehen wir in mitten des Napfplatzes mit einem Brunnen, dem altertümlichen Brunnenturm und daneben das Restaurant Turm, im exotisch angehauchten Stil.

Der Magen knurrt und wir beschliessen Essen zu bestellen. Mal schauen was uns erwartet. Ich bestelle Polenta mit Eierschwämmli und Spargeln. Einige Minuten später steht der Teller auf dem Tisch – ohne Polenta! Die Servierdüse scheint schlecht gelaunt zu sein und bringt kaum ein Wort aus dem Munde. Ohne zu zögern gibt sie dem Koch Bescheid und ich erhalte kurz danach die hausgemachte Polenta.
Ein Sommergewitter lässt Hunde und Katzen regnen. Die Sonnenschirme schützen uns vor einer Dusche.
„Sie haben eine neue Serviertochter und eine neue Speisekarte, die sie noch nicht auswendig im Kopf haben. Aber das Essen ist fein oder?“, spricht uns der Stammkunde an. Das Essen selbst ist köstlich, das kann ich bestätigen. Nach gut einer Stunde und vollem Magen machen wir uns wieder auf den Weg. Der Himmel öffnet sich und die Sonne kommt zu Vorschein.

Am Nachmittag schlendern wir vom Bellevue über die Quaibrücke zum Bürkliplatz. Im Moment werden Bauarbeiten vorgenommen. In der Fussgängerpassage hatte die Stadt Zürich die geniale Idee, Strassenkünstler Graffitis an die Wand sprühen zu lassen. Knallig bunte Farben und erstaunliche Motive zieren die Holzwände rund um die Baustelle: Löwen, Schnecken, Pinguine und mehr. Leider haben sich andere einen schlechten Scherz ausgedacht und einige Malereien verschandelt. Man muss Kunst nicht verstehen aber man sollte sie respektieren.

Wir stehen nun am Bürkliplatz, schauen den Familien zu, die die Enten und Schwäne füttern. Auf dem Zürichsee fahren Boote, Pedalos und Segelschiffe umher.
So langsam macht sich die Müdigkeit breit und wir treten den Rückweg an. Auf der anderen Seite des Grossmünsters steht das Fraumünster. Wir laufen in diese Richtung, eine steile Gasse hoch zum Aussichtspunkt Lindenhof, wo Schach gespielt und gepicknickt wird.
In der Hochsaison kommen viele Touristen von überall hier her. Mit ihren Selfie-Sticks posieren sie in die Kamera. Dabei vergessen sie glatt auch mal die Kameras und Handys bei Seite zu legen und einen kurzen Moment innezuhalten. Mit allen Sinnen zu spüren und zu schauen, wo man sich überhaupt befindet.
So entstehen doch Erinnerungen. Auch Jahre später kann man sich dann an den Ort zurück versetzen und bildlich im Kopf ausmalen, wie es dort ausgesehen hat.

Im Lindenhof rasten wir auf einer Bank und lassen unsere Blicke über die Altstadt schweifen. Die Tauben gurren, ein leichter Wind raschelt durch die Bäume und das gondelähnliche Limmatschiff überquert den Fluss.

Was wir wohl zukünftig sonst noch von Zürich erkunden werden?

Quellen:
www.grossmuenster.ch
www.bei-tony.ch
www.stadt-zürich.ch

Zürich AltstadtNoch mehr Fotos findet ihr HIER.

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2 Antworten zu “Altstadt Zürich

  1. Dieser Tag hat sehr viel Spass gemacht und war unvergesslich. Danke Sister.
    Ganz tolle Worte niedergeschrieben. Weiter so.

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